Chronik

Fabian Enders wurde – wie Giacomo Meyerbeer – in Rüdersdorf bei Berlin geboren und wuchs im brandenburgischen Schöneiche auf.
Durch seine Großmutter, die Opernsängerin Margarete Herzberg (Händel-Preis der Stadt Halle 1956) und seinen Großonkel Kammersänger Werner Enders (Komische Oper Berlin) kam er frühzeitig zur Musik.
Zur Ausbildung am Klavier kam Orgelunterricht bei KMD Lothar Graap und KMD Erich Piasetzki.
In den Jahren 2001 bis 2006 besuchte Enders das musikbetonte Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium in Berlin.
In dieser Berliner Zeit konnte er Erfahrungen als Solist an der Orgel, Generalbassspieler und Dirigent vor Orchester und Chor sammeln.
2004 dirigierte er erstmals öffentlich in der Berliner Marienkirche. Als Pianist und Kammermusiker ging er mehrfach als Erster Preisträger und als Bundespreisträger aus dem Wettbewerb Jugend musiziert hervor.
2007-2012 studierte Enders an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Orchesterdirigieren mit dem Hauptfach Klavier und parallel dazu Chordirigieren. Er schloss erfolgreich als Diplomdirigent für Musiktheater und Konzert ab.
Prägend war für ihn das Studium bei Prof. Georg Christoph Biller und Prof. Christian Kluttig. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit Prof. Hans-Joachim Rotzsch.
2008 dirigierte Enders erstmals ein Bühnenwerk im Rahmen der Mendelssohnfesttage Leipzig, Mendelssohns „Die beiden Pädagogen“.
2009 wurde ihm die Leitung der Leipziger Erstaufführung von Francis Poulencs „Les mamelles de Tirésias“ anvertraut.
2010 erhielt er das Bayreuth-Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes, 2011 das Stipendium der Bachwoche Ansbach und 2013 das Stipendium der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg.

Während des Studiums begann im Januar 2011 seine Tätigkeit an der Oper Chemnitz. 2012 wechselte er als Kapellmeister zur Erzgebirgischen Philharmonie.
Enders ergänzte seine Studien an der Internationalen Mendelssohn-Akademie und wurde als Meisterschüler von Kurt Masur ausgewählt. Mit ihm gemeinsam dirigierte er eines von Masurs letzten Konzerten im September 2013. Im Bereich Kunstlied war er in den Sommerkursen 2014-2018 Meisterschüler von Peter Schreier, mit dem Enders bis zu Schreiers Tod einen intensiven künstlerischen Austausch pflegte und von dem er wichtige Anregungen zur Interpretation erhielt. So dirigierte Peter Schreier in seinem letzten Konzert am 24. Februar 2018 den Sächsischen Kammerchor, wobei Enders die Partie des Cembalisten übernahm. 2010 bis 2014 wirkte Enders in Produktionen der Dirigenten Hellmuth Rilling und Peter Schreier als Assistent.
In der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg studierte Enders bei Prof. Dr. Peter Gülke. 2014 wurde Enders in die Internationale Meisterklasse Berlin aufgenommen und arbeitete erstmals mit dem Rundfunkchor Berlin zusammen. Simon Halsey und Grete Perdersen waren hier seine Dozenten. Ergänzend zu seinen Studien legte Enders die A-Prüfung als Kirchenmusiker ab (Orgel bei Matthias Jacob und Wolfgang Kupke).

Zum Bachfest 2014 nahm Enders die kontinuierliche Arbeit als Künstlerischer Leiter des Sächsischen Kammerchores und der Mitteldeutschen Virtuosen in Leipzig auf. Seither widmet er sich vor allem den sinfonischen und chorsinfonischen Werken des 18. bis 20. Jahrhunderts. In der Leipziger Thomaskirche brachte er die Oratorien „Elias“ (2016), Matthäuspassion (2017), „Paulus“ (2017) und Gustav Schrecks vergessenes Oratorium „Christus, der Auferstandene“ (2018) neben zahlreichen Werken J. S. Bachs zur Aufführung. Enders dirigierte Uraufführungen im chorsymphonischen Bereich wie Steffen Schleiermachers „Ich. Thomas Müntzer. Knecht Gottes“ (2017).
Seine erste Schallplattenaufnahme dirigiere er im Mai 2016 (Motetten auf Gesänge Martin Luthers (querstand)) und legte seither zahlreiche weitere Einspielungen vor. 2019 war die Weltersteinspielung von Gustav Schrecks Oratorium (Rondeau / Deutschlandfunk Kultur) mit dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus unter der Leitung von Fabian Enders für den OPUS KLASSIK nominiert.
2017 begann die Zusammenarbeit mit dem RIAS Kammerchor, die inzwischen sieben Produktionen umfasst, teils als CD-Einspielungen vorliegend.